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Urlauber schleppen HIV aus dem Mittelmeerraum ins restliche Europa ein

20.05.2009

Bethesda (ddp). Touristen und Migranten schleppen HIV vor allem aus Griechenland, Spanien, Portugal und Serbien nach Deutschland und ins restliche Europa ein. Aus Deutschland dagegen werden wenige HI-Viren exportiert, haben europäische Forscher herausgefunden. Sie entlockten den Viren Informationen über ihre Herkunft und zeichneten eine Karte, auf der sie Ansteckungswege nachverfolgen konnten. Dimitrios Paraskevis von der Universität von Athen und seine Kollegen stellten fest, dass das Virus vor allem aus den Mittelmeerländern in andere Länder Europas importiert wird. Die Wissenschaftler veröffentlichen ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift «Retrovirology» (Online-Vorabveröffentlichung).

 Die Forscher nutzten für ihre Arbeit die gleiche Technik, mit der auch die Ausbreitung des Vogelgrippevirus H5N1 untersucht wurde. Sie konzentrierten sich auf HIV-1 Subtyp B - die Virusvariante, die in Europa am häufigsten auftritt - und analysierten das Erbgut der HI-Viren von Erkrankten aus 16 europäischen Ländern und Israel.

   Sie machten Griechenland, Spanien, Portugal und Serbien als Quelle vieler HIV-Erkrankungen aus. Aus Deutschland, Österreich, Dänemark und Luxemburg wurden dagegen kaum Viren exportiert, ergab die Analyse. In Italien, Norwegen, Israel, den Niederlanden, Schweden, der Schweiz und Großbritannien gab es hingegen in gleichem Maße einen Einstrom von Viren aus dem Ausland wie eine Virusmigration aus dem Land heraus. Aus Italien wurde das Virus hauptsächlich nach Österreich eingeschleppt und aus Portugal vor allem nach Luxemburg, wo 13 Prozent der Einwohner Portugiesen sind.

   Griechenland, Portugal und Spanien sind wohl vor allem deswegen Viren-Hauptexporteure, weil sie beliebte Urlaubsziele sind und sich viele Touristen während ihres Urlaubs infizieren, vermuten die Forscher. Sie betonen, dass sich Gesundheitsprogramme und Aufklärungskampagnen nicht nur an die eigene Bevölkerung richten sollten, sondern auch Urlauber und Migranten mit einbeziehen müssten.
Denn diese sind sowohl eine bedeutende Quelle als auch Zielscheibe für die Viren.

Quelle: ddp/wde/kat

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